Gelungener Saisonauftakt für Sandro Kaibach nach eine Jahr Pause



Sandro Kaibach aus Bad Waldsee ist wieder da, wo er sich wohlfühlt: auf den Rennstrecken. Und hinter dem Lenkrad eines Porsche 911 GT3. Die vergangene Saison ließ Kaibach coronabedingt komplett aus. Mit seinem neuen Team Fach Auto Tech aus der Schweiz peilt Kaibach im Porsche Carrera Cup die Top Ten an. Auf der legendären Rennstrecke im belgischen Spa-Francorchamps ist ihm das im zweiten Rennen schon einmal gelungen.

Als Sechster erhielt Kaibach zehn Punkte für die Gesamtwertung. Und er bekam das Gefühl, dass in dieser Saison vordere Plätze drin sind. „Ich habe von hinten viel Druck von guten Fahrern bekommen“, sagt Kaibach. Unter anderem lagen Max van Splunteren und der starke Neuling Loek Hartok direkt hinter Kaibachs Porsche. „Ich habe sie hinter mir halten können. Das war ein aufregendes Rennen und lag über meinen Erwartungen.“ Nach einem Jahr Pause wollte er unter die besten zehn kommen.


Schleichender Plattfuß

Im ersten Rennen in Spa – gefahren werden im Porsche Carrera Cup immer zwei Rennen pro Wochenende – hatte es für Kaibach noch nicht geklappt. Nach zwei guten Zeittrainings mit den Plätzen elf und sieben musste Kaibach im Rennen gleich in der ersten Kurve drei Autos ausweichen, die sich zu nahe gekommen waren. „Ich habe dadurch ein paar Plätze verloren“, berichtet der Bad Waldseer. In der dritten von 14 Runden attackierte Kaibach, zog an zwei Autos vorbei – musste dann aber aufs Gras ausweichen und berührte mit seinem Porsche in der Kurve einen anderen Wagen. „Mir hat es meine Spur verstellt und ich hatte einen schleichenden Plattfuß, den ich lange nicht bemerkt habe“, sagt Kaibach. Mit einer Runde Rückstand wurde er offiziell als 24. gewertet, weil er mehr als die geforderten 75 Prozent der Renndistanz absolviert hatte. „Für mich“, meint Kaibach, „war es aber ein Ausfall.“

Im zweiten Rennen wollte er es besser machen. Und er machte es auf der anspruchsvollen Strecke mit der auch aus der Formel 1 bekannten Kurvenkombination Eau Rouge besser. „Das war schon sehr erfolgreich“, sagt Kaibach. Nur 17 Sekunden nach dem Spa-Dominator Lary ten Voorde, der Schnellster im Training war, zweimal von der Poleposition startete und beide Rennen gewann, kam Kaibach ins Ziel. „Auf dieses Resultat kann und will ich aufbauen“, sagt der 23-Jährige. Das nächste Rennwochenende steht vom 14. bis 16. Mai in Oschersleben auf dem Programm – dann fahren Kaibach und Co. im Rahmen des ADAC GT Masters. Insgesamt 16 Rennen an acht Wochenenden stehen im Kalender des Porsche Carrera Cups. Bekannte Sieger der Rennserie sind unter anderem René Rast (DTM-Sieger 2020) und Bernd Mayländer, der vielen Motorsportfans als Safety-Car-Fahrer in der Formel 1 bekannt ist.


Stärker, breiter, schneller

In diesen Sphären fährt Kaibach nicht. „Ich will mich in dieser Saison stetig verbessern und in der Gesamtwertung unter die Top zehn kommen“, sagt der Bad Waldseer. „Und ich will mal aufs Podest fahren.“ So wie sein Teamkollege Christopher Zöchling, der in Spa in beiden Rennen Dritter wurde. „Er fährt seit vielen Jahren im Porsche-Markenpokal und ist erfahrener als ich“, sagt Kaibach. „Ich bin sehr froh, dass er mein Teamkollege ist, von ihm kann ich noch was lernen.“

Nach einem Jahr Pause („Das war für mich schnell klar, vier Rennen in vier Wochen waren mir zu wenig.“) musste sich Kaibach im neuen Auto erst wieder zurechtfinden. „Im Vergleich zu den Vorgängermodellen kann man mit dem neuen 911 GT3 später bremsen.“ Der 510 PS starke Porsche sei zudem breiter, in den Kurven könne man schneller fahren als früher. Ohne Fahrhilfen wie ABS oder Traktionskontrolle eine Herausforderung. Aber auch eine schöne, meint Kaibach. „Mit Vollgas durch die Eau Rouge zu fahren ist schon eine Hausnummer.“ Auch wegen solcher Gefühle sitzt der 23-Jährige gerne am Steuer eines Rennautos. Da, wo er sich wohlfühlt.